Menü
DE | EN
nach oben

Langzeitdichtverhalten von Verbindungen

Langzeitdichtverhalten von Verbindungen

Prüfung von Elastomer-Dichtungen

Wurzeleinwuchstest

Bei der Verlegung von Rohrleitungen kann es durchaus, wie in der Vergangenheit geschehen, zu einem Konflikt zwischen Rohrleitung und vorhandenem Bewuchs (Wurzeln) kommen.  Die dadurch auftretenden Beschädigungen sind so stark, dass nicht selten einzelne Materialstücke aus der Rohrleitung gebrochen werden. Das Eindringen der ersten Wurzeln erzeugt meist keine großen Beschädigungen, doch durch das spätere Wachstum der Wurzeln wird meist die Verbindung regelrecht gesprengt.

Dabei sind die zuerst benötigten Kräfte, die die Wurzel beim Eindringen in die Dichtung aufbringen kann, höher als eventuell erwartet. Durch eine Untersuchung des Wurzeldruckverhaltens eines in Gelsenkirchen ansässigen Institutes konnte ein Druckbereich von ca. 5 bar bis 12 bar je nach Art der Pflanze und der damit zusammenhängenden Wurzel ermittelt werden. Dieses wird nun im DWA-Regelwerk aufgegriffen, es handelt sich hier um das Merkblatt DWA-M 162 „Bäume, unterirdische Leitungen und Kanäle“ (Entwurf, Mai 2011). Dort wird der Bereich des Wurzeldruckes ein wenig erhöht dargestellt, er kann laut diesem zwischen 5 bar und 15 bar liegen. 

Inhalt der DIN EN 14741 (Mai 2006) ist ein Prüfverfahren für Verbindungen in Rohrleitungs- und Schutzrohrsystemen für erdverlegte und drucklose Anwendungen, welches das Langzeit-Dichtverhalten der Elastomer-Dichtungen durch Abschätzen des Dichtdruckes ermittelt. 

Der Prüfaufbau soll eine von außen eindringende Wurzel (lat. radix) simulieren, die versucht durch die vermeintlich schwächste Stelle an einer Rohrleitung, der Verbindung, in das Rohr einzudringen. Als Wurzelersatz dient ein dünner Kunststoffschlauch, der zwischen Spitzende und Muffe/Spitzende - unterhalb der Gummidichtung – geführt wird, in Abb. 1 vereinfacht dargestellt. Die Verbindung ist so zu montieren, dass der Kunststoffschlauch keine zusätzliche Streck- bzw. Knickkräfte erfährt. Des Weiteren muss das Prüfmuster aus einer vollständigen Verbindung bestehen. 


Um nun den tatsächlichen Wurzeldruck auf die Dichtung darzustellen und auszuüben, erfährt der im Prüfstück befindliche Kunststoffschlauch eine von der Außenseite erzeugte Druckbeaufschlagung mittels Stickstoffs. Es könnte alternativ auch ölfreie reine Luft verwendet werden.

Bei der Durchführung der Prüfung ist eine zeitliche Abfolge durch die DIN EN 14741 (Mai 2006) vorgegeben, die die Ermittlung einzelner Öffnungsdrücke vorsieht. Der Druck wird im System so lange erhöht, bis sich ein durch die Norm definierter Durchfluss einstellt oder ein maximaler Druckwert erreicht wird. Dieser Öffnungsdruck ist über einen gewissen Zeitraum beizubehalten und zu dokumentieren. 

Weiterhin ist nach Ermittlung aller Öffnungsdrücke der Öffnungsdruck nach 100 Jahren zu ermitteln, dies geschieht für alle eingebauten Kunststoffschläuche separat. Hierzu werden die Werte mit Hilfe der einfachen linearen Regression statistisch analysiert.

Diese Prüfung bietet eine, in Bezug auf die Wachstumszeit einer Wurzel, schnelle Ermittlung des Dichtverhaltens einer Verbindung. Möglicherweise kann dies eine Grundlage zur Produktentwicklung und/oder Produktoptimierung sein. Es sei hier zusätzlich noch einmal erwähnt, dass die DIN EN 14741 (Mai 2006) keinen zu erfüllenden Grenzwert festlegt, sie beschreibt lediglich das Prüfverfahren. 

Für die Durchführung dieser Prüfung ist das Prüflabor nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert.

Bei weitergehenden Fragen sprechen Sie uns gerne an.

AnfragePrüflabor
 
 
Diese Website nutzt ausschließlich essentielle Cookies. Diese sind für den Betrieb zwingend erforderlich. OK